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Rabentratsch

Rabentratsch

Das allseits bekannte und überall beliebte Klatschblatt aus Al'Anfa.
Berichtet wird über die Geschehnisse rund um und vor allem nach "Rabenblut".

ACHTUNG! "Unser Al'Anfa" weicht sehr vom offiziellen Al'Anfa nach den Geschehnissen rund um "Rabenblut" ab.



Ulfhart-Bräu und die Nordlande

Rabentratsch Posted on Sun, June 12, 2016 20:05:58

Glücklicherweise
konnten wir einen hochgelehrten Herrn aus dem Hause Ulfhart für ein
weiteres Exklusiv-Colloqium begeistern. Magister Rodensen folgte
unserer Einladung und wir haben keine Kosten und Mühen gespart, um
ihm einen gebührenden Empfang zu bereiten.

Wir
trafen Magister Rodensen in unseren Redaktionsräumen. Auf
gemütlichen Liegen servierte uns eine nordländische Sklavin das
berühmt-berüchtigte neue Ulfhart-Bräu.

Magister
Rodensen
: Vielen
Dank für die Einladung, der ich gerne gefolgt bin. Insbesondere da
die aktuelle Situation mir hier und da ein wenig Zeit zum
Verschnaufen lässt. Ein Lob zunächst für die phantasievolle
Atmosphäre. Sie verstehen ihre Gäste zu empfangen.

Rabentratsch
:
Der Name Rodensen ist in fast aller Munde, hochgelehrter Herr. Wie
lautet eigentlich Euer vollständiger Name oder warum darf dieser
nicht bekannt werden?

Magister
Rodensen
: Vollständiger Name?
Na, Rodensen scheint recht kurz, nicht? Mir ist allerdings bislang
kein zweiter Rodensen aus Lowangen in der Perle des Südens unter die
Augen getreten. Wenn Sie, Herr Alisteur, bereits mehr recherchiert
haben, dann lasse ich das mal so stehen, denn – sehen Sie – wozu
bedarf es mehr, wenn das was ist, schon mehr als ausreichend ist? Es
ist also trivialer als vielleicht angenommen denn der Name ist schon
bekannt.

Magister Rodensen scheint
amüsiert von der Frage, er lacht bei seiner Antwort.

Rabentratsch:

Ihr seid – ebenso wie Euer Kollege Reo Parinor – aus der Stadt
Lowangen. Weit im Norden. Was hat Euch in unsere wunderbare Perle des
Südens verschlagen?

Magister
Rodensen:
Oh, da sprecht
ihr einen seltsamen Punkt an. Ich bin seit einigen Jahren bereits auf
unserem Dererund unterwegs so dass es schlicht undenkbar wäre dann
nicht auch in diese, so polarisierende, Stadt zu reisen. Gerade für
Leute wie mich, die von weit her kommen und ein Mindestmaß an
Wissbegier mitbringen darf dieser überwältigende Flecken Land nicht
von Berichten Dritter oder mal mehr oder weniger wohlwollender
Gerüchte abhängig bleiben. Nennt es Neugier, nennt es den Willen
mit einigen Vorurteilen aufzuräumen aber letztendlich war es der
Entschluss diesem Teil des Südens mit einigen Seiten in meinem Buch
eine angemessene Schilderung zuteilwerden zu lassen.

Rabentratsch:
Und jetzt seid Ihr für Grandessa Ulfhart tätig. Wieso gerade Sie?
Was macht die Grandessa so besonders, dass alle möglichen Leute aus
aller Herren Länder für Sie arbeiten wollen

Magister
Rodensen:
Am Anfang waren
da sicherlich praktische Gründe. Die Nähe zu einem Grandenhaus
schien mir damals als Neubürger schlicht geboten. Mit Grandessa
Ulfhart, einer sehr charmanten und geradlinigen Person, ergaben sich
direkt nach meiner Ankunft einige gemeinsame Unternehmungen und so
kann man sagen haben sich die Dinge entwickelt. Ich bin mehr als froh
über diese Entwicklung und der Grandessa zu Dank verpflichtet.

Rabentratsch:
Und
was macht Euch so besonders, wo Sie doch schon den weit jüngeren
Kollegus Reo – und das gar als ihre rechte Hand – hat

Magister
Rodensen:
Ich glaube ich
verstehe die Frage nicht ganz. Aber wenn ihr eine Einschätzung
meiner Person aus Sicht des Hauses Ulfhart haben wollt, müsstet ihr
wohl mit ihrer Grandessa selber sprechen.

Uns
will scheinen, der Herr Magister wünscht nicht über sich selbst zu
sprechen oder vielleicht auch nur nicht über sein Alter. Wir lenken
das Thema lieber auf den Schlund.

Rabentratsch:
Ausgerechnet in Al’Anfas „Problemviertel“ habt Ihr Euch die alte
Villa Ulfhart zu Eigen gemacht und sie neu hergerichtet. Hättet Ihr
als hochgelehrter Herr nicht besser in das Universitäts-Viertel
gepasst?

Magister
Rodensen:
Was
passt und was nötig ist, sind oftmals zweierlei. Aber – sehen Sie
– die Lage eines Studierzimmers oder der Ort wo ich meinen Kopf
herumzutragen pflege ist für ihrer Göttin HESindes Gaben nahezu
irrelevant. Zwar verpflichtet mich mein Stand und meine Ausbildung
dem Wissensgewinn beizutragen, aber beschränkt mich nicht im Felde.
Für mich sieht es so aus, dass meine Aufgaben im Schlund mindestens
so herausfordernd sind wie die Forschungen fachlicher Natur. Zwar
liegt mir die praktische Seite an diesem Subject nicht so gut, doch
bin ich zuversichtlich stets dazuzulernen.

Rabentratsch:
Was
sind Eure Pläne für den Schlund? Und gibt es bereits Pläne, was
Ihr in der Ratssitzung sagen werdet?

Magister
Rodensen:
Oh,
Pläne und Ideen habe ich viele. Sehen Sie – in einer Gegend wie dem
Schlund kommt man nicht umhin das ein oder andere wahrzunehmen dessen
man sich dringend einmal annehmen sollte. Da hilft mir vielleicht
meine Herkunft aus einem Landstrich in dem die Menschen verstehen aus
wenig etwas zu machen. Die Situation ist natürlich nicht direkt
übertragbar, aber auch in den Gegenden um den Svellt gibt es durch
Abgeschiedenheit des Landstrichs und die stete Isolation durch die
Schwarzpelze – gemeint sind Orks, die kennt man hier glaube ich
kaum – hat man jedoch gelernt auch mit Mängeln umzugehen. Diese
Erfahrungen schätze ich für meine Arbeit im Schlund sehr.
Da
sich die Tribune des Schlunds noch nicht konstituiert haben kann ich
allerdings auch gar nicht mehr dazu sagen, denn es gibt zwar viel zu
wünschen, aber was schließlich alles gemacht werden kann sind
zweierlei. Da kann ich nicht vorgreifen.

Rabentratsch:
Man
sagt Euch ein ausgezeichnetes Verhältnis zum hiesigen
Firun-Geweihten nach. Wie kommt es dazu? Seid Ihr ein Anhänger
Firuns, wo Ihr doch weit aus dem hohen Norden kommt? Was verbindet
Euch mit ihm?

Dem
Magister scheint die Frage – und das Bier – zu gefallen, er
grinst wieder breit.

Magister
Rodensen:
In
Expeditionen in die Firunskälte habe ich mehr als einmal erfahren,
welch Kraft in FIRuns Botschaft steckt. Wieder ein willkommener Anker
in einer Umgebung wie dem Schlund, die zwar nicht kalt und von
Witterung her lebensfeindlich ist, aber in der es dennoch viel der
Zähigkeit und des Durchhaltewillens bedarf von der Ifirn den
Menschen Botschaft bringt. Aber bevor ihr mir Überhöht: Der Kanon
kennt der Götter zwölf und ja, wie die meisten hege ich für den
ein oder anderen mehr Zuneigung, aber die Erfahrungen, die ich
bislang machen durfte zeigen, dass mitnichten nur ein oder zwei die
Hand über die Schicksale der Menschen halten.
Vater Firundan ist mir
mit seiner herzlich-frostigen Art allerdings ein fester und lieb
gewonnener Anlaufpunkt im Schlund. Er kennt die Widrigkeiten mit
denen die Menschen konfrontiert sind genau und hat einen festen Stand
in diesem lebhaften Teil dieser großartigen Stadt. Es freut mich
sehr dass ein so zuverlässiger und unerschütterlicher Vertreter der
Kirche für einen erfrischenden Wind im Schlund sorgt.
Sie
werden sicher wissen, wie Ulfahrt-Bräu zu seinem Bild auf den
Fässern kam – ein weiteres Beispiel für einen erfrischend
gradlinigen Umgang mit den Gegebenheiten und dem eigenen Wort, den
ich sonst eher an andere Stellen Aventuriens verortet hätte.

Das
Ulfhart-Bräu ziert das Bild eines Mannes in einem Fass. Die
Geschichte dazu schien eine Wette gewesen zu sein, die Vater Firundan
verloren hat und weswegen er in einem Fass Ulfhart-Bräu baden
musste.

Rabentratsch:
In den letzten Wochen kamen immer wieder Gerüchte ans Licht, die
Grandessa sei gar nicht wirklich in Al’Anfa. Was ist an den Gerüchten
dran und ist sie jetzt wirklich (wieder) in Al’Anfa?

Magister
Rodensen:
Oh,
tatsächlich. Da können Sie mal sehen, dass meine Behausung im
Schlund doch einiges vom Silberberg entfernt ist. Nein, nein, bleiben
wir bei der Sache, es ist richtig, dass nach der letzten Ratssitzung
vieles an Vorbereitung und Analyse damit ihren Abschluss gefunden
haben. Der Ulfahrt-Rat ist daher momentan in eine Phase der
Entspannung eingetreten. Das klingt jetzt laxer als es ist, aber dank
dieses Umstandes konnte ich mich erstmalig richtig auf mein neues Amt
konzentrieren und habe mich daher wenig um den Silberberg gekümmert.
Fragen zu Befindlichkeiten der Grandessa oder spezielle Vorkommnisse
um sie herum sind zudem der Hausverweser und ihrer Grandessa rechte
Hand dem sehr geschätzten Magister Reo Parinor sicherlich die
bessere Adresse.

Wir
versichern dem Magister, dass wir auch mit der rechten Hand der
Grandessa baldigst ein Gespräch führen wollen.

Rabentratsch:
Gab
es Zwistigkeiten zwischen Grandessa Ulfhart und der Heldin Al’Anfas –
Morena Ulfhart? Oder waren die Gerüchte, die Grandessa wäre für
Ihre bösen Worte gegen den Judex maximus zu Hausarrest verurteilt
worden?

Die
Augen des Magisters blitzen schalkhaft, er wird jedoch schnell wieder
ernst.

Magister
Rodensen:
Ihr
impliziert, dass Morena Ulfhart ihrer Grandessa Hausarrest aufgegeben
hätte? Ihr habt da vielleicht ein schräges Bild des Hauses Ulfhart,
Herr Alisteur. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Alles andere will ich mir nicht vorstellen.
Die
„bösen Worte“, die sie hier ins Gespräch bringen sollten nicht
überhöht werden. Zu allererst waren sie vielleicht hitzig, nicht
jedoch böse im Wortsinn. Ich sehe es so, dass sich hier die
Anspannung der vorangegangenen Stunden sowie die Enttäuschung über
das ein oder andere Thema spontan Luft gemacht haben. Das schafft die
Situation nicht aus der Welt, lassen sie uns diesen Vorgang nicht die
Atmosphäre vergällen.

Also
widmen wir uns wieder dem, was wir am besten können: Klatsch und
Tratsch.

Rabentratsch:
Einige
Al’Anfaner sind der Meinung, die Grandessa führe eine heimliche
Liebschaft mit Amato Ugolinez-Paligan. Was ist daran? Und was hält
Euer Kollegus davon, dem doch ebenso nachgesagt wird, er täte alles
für SEINE Grandessa?

Magister
Rodensen:
Ich
fühle mich geschmeichelt, dass Sie glauben, ich wäre in derart
intime Details ihrer Grandessa eingeweiht. Bislang sind solche Themen
nicht Bestandteil der Ratssitzungen des Ulfahrtrates gewesen, daher
gestattet mir nur den Hinweis, dass die Wahrnehmung einiger
Al’Anfaner weniger auf Fakten denn auf Hörensagen beruhen mögen.
Ein wackeliges Brett.

Wir
sind uns nicht sicher, wie wir die Reaktion des Magisters auf diese
Frage deuten sollen. Ein Zucken der Augenbraue mag nicht all zu viel
Vermutungen zu lassen, aber vielleicht gibt es da doch ein paar
Zwistigkeiten zwischen den Magistern der gleichen Akademie? Wir
werden für unsere geneigte Leserschaft auf jeden Fall weiter an den
Gerüchten dran bleiben!

Rabentratsch:
Die
oberste Wachfrau der Grandessa vertrieb vor kurzem Dirion Dirial
Lomarion Zornbrecht mit gezogener Wache vom Tor der Villa Ulfhart.
Gerade Ihr und Euer Kollegus Reo als Magier müsst aber dennoch
weiterhin mit der Spektabilität arbeiten. Wie kam es zu dem Vorfall?
Wie steht Ihr zu der Ernennung Rezzan Zornbrechts – von Dirion
Dirial Lomarion Zornbrecht ernannt – für den Rat? Ist es ein
Problem für Euch auch weiterhin mit der Spektabilität arbeiten zu
müssen?

Magister
Rodensen:
Ich
bestimme nicht wer Zugang zur Villa Ulfahrt auf dem Silberberg hat.
Aber wem der Zugang nicht gewehrt wird, kann es mit den Wachen zu tun
bekommen. Das ist wohl ganz normal. Ich würde mich dazu hinreißen
zu behaupten, dass es von Respekt spricht, wenn die oberste Wachfrau
sich der Sache angenommen hat. Den Vorgang selber habe ich allerdings
nicht beobachtet.
Der Umgang mit ihrer
Spektabilität ist geprägt von gegenseitigem Respekt und die
Zusammenarbeit rein fachlich. Ich habe mir kürzlich auch an Zeit
genommen die Errungenschaften der Spektabilität einmal mit eigenem
Geiste zu beleuchten. Ich denke es ist eine glückliche Fügung, dass
ich wohl nicht die veranschlagte Zeit benötigen werde um alles durch
zu gehen. Sie haben sicherlich schon gehört, dass über einen
weiteren Zweig der Akademie geredet wird. Das wäre unbesehen der Art
des Zweiges sicherlich einmalig auf dem Kontinent und ein Meilenstein
in der fachübergreifenden Forschung. Vor allem, wenn die geballte
Kompetenz in Person des Magister Großhubberts direkt vor Ort ist.
Ich verfolge das Thema mit Spannung.
Ihre Spektabilität
Zornbrecht und ich tauschen uns nicht über die Politik der Häuser
im Detail aus. Das ist zeitweise nicht erfüllend, denn es führt
hier und da zu Zuständen, die zwar für sich nicht zu kritisieren
sind aber dennoch mehr als bipolar diskutiert werden müssen. Aber so
wie ich gelernt habe, wie die Dinge in Al’Anfa laufen, folgt einer
Diskussion meist auch eine Handlung. Aber – werter Herr Alisteur –
da die Diskussion offenbar noch läuft erwarte ich vorerst keine
neuen Aktionen.

Hier haben wir im Nachhinein
das Gefühl, wir müssten zwischen den Worten des Magisters lesen.
Plant das Hause Ulfhart einen Umbruch in der Akademie und zwar nicht
nur – wie bereits bekannt wurde – in Form eines dritten Zweiges?
Unbestritten wird man zwischen unseren Zeilen – die natürlich
wortgetreu hier niedergeschrieben stehen – lesen können, dass der
Spektabilität nicht viel Können von seiten des Magisters nachgesagt
wird.

Über das Interview haben wir uns sehr
gefreut und wir hoffen auf mehr Neuigkeiten von und mit den
Silberbergern in nächster Zeit!



Exklusives Colloqium mit dem Vizekönig Meridianas

Rabentratsch Posted on Sun, April 10, 2016 13:49:34

Als erster und einziger Bote
Aventuriens hatten wir die einmalige Möglichkeit ein paar Fragen an
Goldo Paligan zu stellen. Er empfing uns – wie man so schön sagt –
mit Wein, Weib und Gesang und den Antworten, die Al’Anfa brennend
interessieren.

Wir haben es uns auf Liegen
gemütlich gemacht, ein Paar Sklavinnen reichen uns Trauben und
fächern uns Luft zu. Noch bevor wir unsere Notices hervorholen
können, beginnt Ihro vizekönigliche Hoheit bereits:

Goldo Paligan: Vorab eine Bemerkung von
uns: Es freut uns sehr dieses Colloqium mit euch zu führen. Unser
werter Freund, Storko von Gareth, wurde schon mehrmals vom Boten
befragt, aber uns war dieses noch nie vergönnt. Doch nun liege ich
bereit eure Fragen entgegenzunehmen.

Man fühlt sich von
dieser imposanten Person sogleich überrollt. Glücklicherweise haben
wir in der Redaktion schon vorher ausführlich über die Fragen
gesprochen.

Rabentratsch: Es ist uns eine außerordentliche
Ehre, Euch frei unsere Fragen stellen zu dürfen, vizekönigliche
Hoheit. Wir sind genauso gespannt, wie der Rest Al’Anfas und würden
deswegen gerne direkt mit einer Frage anfangen, um deren Antwort sich
bereits allerhand Gerüchte verbreiten: Amato ist ausgezogen, heißt
das es gibt einen neuen Erben?

Goldo Paligan: Seht ihr uns
schon auf Golgaris Schwingen, werter Scriptor? Zu gegebener Zeit
werdet ihr erfahren wie es mit der Vizeköniglichen Familie
weitergeht. Bis dahin lasst uns noch ein wenig die Genüsse des
Lebens auskosten. Bis dahin gibt es viele Familienmitglieder, welche
in Frage kommen könnten. Bitte die nächste Frage.

Der
Vizekönig wirkt dabei ärgerlich. Wir hoffen, dass wir das Colloqium
unversehrt überstehen.

Rabentratsch: Welche Gründe gibt es
für den Auszug?

Goldo Paligan: Mein Neffe ist inzwischen ein
erwachsener Mann und kann auch für sich selbst entscheiden. Uns
deucht an, dass er seine Aufgabe als Praefectus Ludi noch intensiver
wahrnehmen möchte, um die Gunst des Plebs zu erhalten.

Rabentratsch: Wird es mehr Spiele als bisher geben?

Goldo Paligan: Nun wie wir zu sagen
pflegen: panem et circensis. Wir erwarten das es eine Ausweitung der
Spiele in Bezug auf Quantität als auch auf Qualität geben wird. Die
nächsten Monde werden sicherlich Aufschluss darüber bringen.

Des
Vizekönigs Verärgerung scheint auch weiterhin Bestand zu haben,
sein Stirnrunzeln sorgt dafür, dass wir uns lieber anderen Themen
widmen.

Rabentratsch: Ist an den Gerüchten, es
bestünde mehr als nur eine freundschaftliche Beziehung zwischen den
Grandenfamilien Paligan und Ulfhart, etwas dran?

Goldo Paligan: Soso, solche Gerüchte
gibt es. Nun wie sollen wir sagen: Das Haus Ulfhart hat gerade in der
letzten Zeit einen immensen Einfluss auf die Geschicke des Imperiums
gehabt. Wir als vizekönigliche Familie besitzen diesen schon seit
einem mille anni. Insofern, Familien kommen und gehen, nur eines
bleibt bestehen, echte Würde und Macht. Es ist kein Gerücht, das
die Activitas der Familie Ulfhart unser Wohlwollen und einiges
competative zu den Bestrebungen des Imperiums gehabt haben. Insofern
können wir schon von einem, wie ihr es nennt, freundschaftlichen
Verhältnis ausgehen. Aber nur Satinav wird zeigen wir es weitergehen
wird. Das Buch der Fata ist noch nicht geschrieben.

Rabentratsch: Auf der Konstituierung
ist eine bislang Unbekannte Verwandte der Wilmaans aufgetaucht.
Unsere Nachforschungen ergaben, dass Katara Wilmaan die Tochter von
Kantara Wilmaan ist. Eine Grandessa die vor Jahren spurlos
verschwand. Zu der Zeit, als Ihr noch in der großen Politik
mitgespielt habt. Kanntet Ihr sie und könnt Ihr mehr dazu
berichten?

Goldo Paligan: Mitgespielt? in der großen Politik?
Verzeiht, aber auch meine Patientia ist nicht unendlich. Und
dringende Geschäfte in den Thermen die unseren Familiennamen tragen
warten. In aller Kürze: Ja, Kantara Wilmaan ist uns noch bekannt,
eine sehr gutaussehende junge Grandessa mit einigen Marotten, aber
dennoch unterhaltsam. Dieses junge Ding soll also die Tochter sein,
sehr interessant. Die Ähnlichkeit ist schon verblüffend. Aber in
solche Familienangelegenheiten mischen wir uns grundsätzich nicht
ein. Das sollen diese Personen untereinander ausfechten, ob sie sich
komplett der Boron-Kirche verschreiben oder am Leben teilhaben
wollen. (Murmelnd fügt er an) Soso, die Tochter, sieh an.

Wir haben das Gefühl, Ihre
vizekönigliche Hoheit ist nicht zufrieden damit, dass wir davon
ausgegangen sind, er spiele keine Rolle mehr in der großen Politik.
Dabei ließ er es gerade in letzter Zeit bei vielen Gelegenheiten wie
nebenher fallen. Wir werden dem zu einem späteren Zeitpunkt noch
einmal nachgehen.

Rabentratsch: Als derjenige, der mit
dem Patriarchen und Grandessa Ulfhart gemeinsam, den Verräter
stürzte: Wie steht ihr zu der Ernennung Rezzan Zornbrechts als
Ratsmitglied?

Goldo Paligan: Ein heikles Thema. Wir
mischen uns, wie schon gesagt, nicht in andere Familien ein, aber
diese Intrige berührt das Imperium und muss geklärt werden.
Vielleicht sollte die Rolle des jungen Zornbrechts nochmals
aufgerollt werden in dem Fall des Verräters. Genauso wie auch die
von anderen Mitgliedern der Familie. Zu allererst gilt jedoch das
Wort des Patriarchen: Nicht die Familie, sondern eine einzelne Seele
hat sich verirrt.

Bei den Worten setzt sich Ihro
vizekönigliche Hoheit auf und wirkt angespannt. Das erste Mal in
diesem Colloqium, vermutlich gar in der Geschichte des Vizekönigs,
dass wir ihn – wenn auch nur kurz – ein wenig aus der üblichen
Fassung gebracht haben, die er so meisterlich beherrscht.

Rabentratsch: Und was sagt Ihr zu dem
offenen Angriff der Grandessa gegen den Iudex maximus?

Goldo Paligan (laut auflachend): Ja,
diese jungen Leute eben. Das traf unseren Wahrer der Ordnung sehr
tief. Man muss aber den Casus gesamt betrachten. Wir können uns
vorstellen, das sie einigen aus dem Herzen gesprochen hat. Das Ganze
war ja einfach eine zu große Aufwallung von Gefühlen zu dem
Zeitpunkt.

Rabentratsch: Eine Frage zum Schluss.
Es ist kein Geheimnis, dass ihr mit dem verstorbenen Großexecutor
keine Freundschaft pflegtet. Entspricht Aurelian Bonareth eher Eurem
Geschmack?

Goldo Paligan: Nun, jetzt werdet mal nicht
unverschämt. Meinem Geschmack entsprachen Beide nicht, aber das hat
nichts zu sagen. Wir glauben, dass es nun ein anderes destinatum
geben wird. Der neue Großexecutor ist eher ein Mann des Sensus und
des Plebs. Das wird einen anderen Stil hervorrufen. Aber jede Zeit
hat ihren Stil und was dauert schon ewig, außer die vizekönigliche
Familie.
Nun erlaube ich Euch sich zurückziehen zu dürfen. Wir
gehen davon aus, dass ihr genug habt um einen Artikel zu schreiben.
BORon mit euch.

Mit diesen Worten entlässt uns
Goldo Paligan, Ihro vizekönigliche Hoheit Meridianas, aus einem
höchst interessanten Gespräch.
Wir sind froh aber auch
erleichtert, dieses Colloqium hinter uns gebracht zu haben. In
nächster Zeit widmen wir uns aber doch lieber wieder den Stimmen der
Fanas.



Nur ein Umzug

Rabentratsch Posted on Mon, April 04, 2016 14:35:03

Wie uns erst jetzt bekannt wurde, hat Amato Ugolinez-Paligan bereits vor der Konstitituierung der Rates den Silberberg verlassen und lebt nun in der Grafenstadt in der Villa Desiderya. Wie Avessandero, die rechte Hand des Vizekönigs betonte, ist dieses natürlich mit Wissen und Billigung des Großartigen erfolgt. Der Praefectus Ludi soll seine Pflichten als Ratsmitglied für die Spiele dort noch intensiver wahrnehmen können, wie es auch seinen Neigungen entsprechen würde. Die neue rechte Hand des Ratsmitgliedes, Juan dos Lodos, betonte, das ohne den Umzug eine freie Entfaltung des Geistes für die weiteren Aufgaben nur unzureichend gewährleistet werden könnte.
In Kürze werden erste Spiele zu Ehren des neuen Rates stattfinden, diese sollen unter dem Titel “Spielchen, Spiele und Großartiges” stehen, wie gemunkelt wurde.

Volo Nter



Keine Ruhe nach dem Sturm

Rabentratsch Posted on Mon, April 04, 2016 00:03:22

Auch 3
Wochen nach der Konstituierung sind noch einige Fragen offen. Fest
steht jedoch, dass für Katara Wilmaan eine eigenes Amt geschaffen
werden soll. Vermutlich bezieht sich dies auf Heilung und Kräuter und soll sich Observatorii Sanitatis nennen.
Einen Tag nach der Sitzung musste sie sich im Praiostempel melden,
damit man die Herkunft und vor allem die Familienzugehörigkeit zu
den Wilmaans klären konnten. Es muss ein ausführliches Gespräch
gewesen sein, denn sie verbrachte fast den ganzen Tag im Tempel des
Herrn PRAios.

Alena Karinor musste sich vor dem Patriarchen
verantworten und noch einmal in aller Demut ihr Amt vor dem
Patriarchen ablegen. Deutlich merkte man Alena Karinor die Scham an.
Jetzt warten wir gespannt auf die ersten Berichte über das Militär.
Noch hat der Patriarch das Kriegsrecht nicht aufgehoben, so dass die
als RONdraanhängerin bekannte Alena nicht viel selber zu entscheiden
hat. Unter den Grandenfamilien scheint man sich uneins, ob der
Patriarch das Kriegsrecht nicht besser aufrecht erhalten sollte. Bei
den chaotischen Zuständen während der Konstituierung werden im Volk
die Stimmen laut, die ein Durchgreifen des Patriarchen
fordern.
Gerüchte werden auch laut um das Grandenhaus Ulfhart.
Aurelia Estrelle Ulfhart verlässt seit Wochen nicht mehr ihre Villa
auf dem Silberberg, im Volk wird gar gemunkelt, sie sei gar nicht
anwesend, sondern folge ihrer Tante nun doch auch im Geiste der
Tigerjagd. Mehrere Informanten berichten jedoch, man hätte sie
desweilen durch die Fenster in ihren Gemächern auf und ab gehen
sehen. Anfragen werden von ihrem Domestik Berion Lodecker allesamt
abgewiesen. Die Grandessa sei unpässlich. Böse Zungen behaupten,
der Iudex maximus habe ihr Hausarrest erteilt, nachdem sie so offen
gegen ihn argumentiert hatte. Für Aufregung sorgte auch ihre Oberste
Wachfrau, die mit gezogener Klinge Dirion Dirial Lomarion-Zornbrecht
des Tores verwies.



Chaos nach der Konstituierung des Rates

Rabentratsch Posted on Mon, April 04, 2016 00:02:40

Mit
Spannung haben wir auf das Ergebnis der Konstituierung des
Zwölferrates gewartet, doch fest steht danach noch nicht all zu
viel. Überraschungen gab es bei den Ernennungen des Patriarchen,
aber auch unter den Grandenhäusern.

Die
Grandenfamilien waren bei der Konstituierung des Rates der Zwölf
bereits früh anwesend, die Besucherränge bis auf den letzten Platz
gefüllt. Die Rabengarde hatte alle Hände voll zu tun, die
andrängenden Massen zurückzuhalten. Für die Tribune wurde eine
komplette Reihe freigehalten. Beeindruckend war, dass sogar die
Tribune des Schlundes sich ordentlich herausgeputzt hatten und
scheinbar sogar einen Besuch im Badehaus angeordnet bekommen hatten.
Man darf vermuten, dass der Sprecher der Tribune des Schlundes –
der Magus Rodensen – dafür gesorgt hatte.

Totenstille
herrschte, als der Patriarch den Saal betrat und die Konstituierung
begann. Ernannt wurden Amosh Tiljak als Iudex maximus, Sannah Wilmaan
als Magistra Kryptographicae, Dolgur Kugres als Oberster
Glaubensbewahrer und Aurelian Bonareth als Großexecutor.
Vorab
ernannten auch die Grandenfamilien ihre Ratsmitglieder, wobei es zu
lautstarken Protesten unter anderem aus Richtung der Häiuser Paligan und Ulfhart
kam, die der Patriarch jedoch allesamt abschmetterte und auf eine
Klärung nach den Ernennungen hinwies. Den Iudex Maximus sah man
häufiger nach Luft schnappen und einige Besucher in meiner Umgebung
tuschelten bereits, er würde diese Sitzung wohl nur überleben, wenn
ein Peraine-Geweihter für sein Wohlergehen sorge.
Die Ernennungen
im Einzelnen:
Für das Haus Bonareth: Emilia Bonareth
Für das
Haus Florios: Immuel Florios
Für das
Haus Karinor: Alena Karinor
Für das
Haus Kugres: Violanda Kugres
Für das
Haus Paligan: Amato Ugolinez-Paligan
Für das
Haus Ulfhart: Aurelia Estrelle Ulfhart
Für das
Haus Wilmaan: Katara Wilmaan
Für das
Haus Zornbrecht: Rezzan Zornbrecht

Keine Überraschungen waren die Benennungen der Häuser Paligan und Ulfhart, auch Florios und Kugres
ließ sich vorher bereits vermuten, wenn man ein wenig auf die
Gerüchte gehört hatte und die Familien und ihre Treffen
untereinander beobachtete. Alena Karinor leistete sich einen Patzer,
den der Patriarch auch sehr deutlich negativ bewertete. So legte
Grandessa Alena Karinor ihren Helm und damit das Amt der Vorsteherin
der Rabengarde erst bei der überraschenden Benennung durch ihre
Tante Shantalla Karinor nieder. Sehr deutlich merkte man die
Überraschung, vor allem aber auch die Empörung über das Haus
Zornbrecht unter den anderen Grandenfamilien. Dirion Dirial
Lomarion-Zornbrecht ernannte Rezzan Zornbrecht für das Haus
Zornbrecht. Man sah deutlich, dass diese Absprache weder im Hause
Zornbrecht so bestanden hatte, noch die anderen Grandenfamilien –
allen voran Grandessa Ulfhart, die sogleich Anklage gegen den
Verräter erhob – erwartet hatten. Als Iudex maximus ist es die
Aufgabe Amosh Tiljaks, diese Anklage jetzt zu überprüfen und die Gerichtverhandlung
vorzubereiten. Grandessa Ulfhart – der neben der engen Verbindung
zur Boronkirche auch die zur Praioskirche nachgesagt wird – ging
nach der Sitzung im Streit mit Amosh Tiljak auseinander und es
scheint fast, als würde sich diese Verbindung gerade wieder
lösen.
Eine weitere große Überraschung erwartete uns, als
Sannah Wilmaan verkündete, dass sie das ganze neue System ablehne
und das Haus Wilmaan daher niemanden für den Rat ernenne und sich
aus den Reihen der Bürger eine junge Frau erhob, die behauptete sie
sei eine Wilmaan und beanspruche das Amt. Das Haus Bonareth sorgte
für weiteren Wirbel. Erst kürzlich musste Gilia Bonareth erfahren,
dass sie Witwe ist und ein merkwürdiges Testament aufgetaucht sei,
doch sie ernannte ihre Tochter Emilia, während aus dem Hintergrund
der scheinbare Erbe Rahjadan Bonareths auftauchte, sich als Rahjadan
Bonareth der IV. vorstellte und ebenfalls Anspruch auf den Sitz
erhob.
Trotz
der vielen Proteste sorgte der Patriarch für Ruhe und Ordnung und
ließ die Familien nun die Vorschläge der Aufgabenverteilung
vortragen.
Das Amt der Praefecta Thesauri bleibt beim Hause
Ulfhart, Praefectus Ludi ist weiterhin Amato Ugolinez-Paligan. Den
Posten des Custos Coloniae hat nun Violanda Kugres inne, während
Alena Karinor das Amt der Praefecta Militaris und Emilia Bonareth das
Amt der Observata Mercaturae übernimmt. Rezzan Zornbrecht gab sich
mit dem Praefectus Orbanus zufrieden, allerdings soll das nach
Ansicht des Patriarchen noch einmal geklärt werden. Nur ungerne, so
scheint es, möchte er Zornbrecht in dem Amt seiner Tochter als
Nachfolger sehen. Gänzlich offen bleibt bislang, welcher Posten für
Katara Wilmaan geschaffen wird.

In den
nächsten Tagen und Wochen werden sich noch einige Dinge klären
müssen. Wir bleiben für unsere Leserschaft natürlich an den Themen
dran.